Was ist Introvision?

Introvision ist eine Methode der mentalen Selbstregulation und dient der Auflösung von inneren Konflikten oder Blockaden. Bei der Introvision geht es darum, sich selbst besser zu verstehen (Introvision: Innenschau) und mit Hilfe des Konstatierenden Aufmerksamen Wahrnehmens (KAW) zu lernen, die Dinge so zu sehen wie sie sind und nicht so wie sie sein sollten. Zur Verbesserung und Erweiterung der Selbstreflexion, gehören Übungen zur Selbstwahrnehmung, Hilfestellungen zum Erkennen von eigenen Konfliktstrukturen, Denkmustern und dem Beenden von Gedankenkreisen.

 

Ziel der Introvision ist es, Schritt für Schritt, das Hinsehen zu lernen um dann auch 'dem Schlimmen' ins Gesicht sehen zu können. Zunächst ist dies für die Betroffenen unangenehm, da Dinge, die nicht sein dürfen oder sollen, mit starken negativen Emotionen verbunden sind. Unangenehme Dinge konstatierend wahrnehmen zu können, entkoppelt die belastenden Gedanken von den damit automatisch einhergehenden Gefühlen. So kann die Anspannung reduziert werden und die Kompetenz, auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben, kann sich entfalten. Langfristig spart dies eine Menge Energie, da Unangenehmes nicht mehr verdrängt oder ausgeblendet werden muss und sich die Gedanken nicht mehr die ganze Zeit im Kreis drehen. Gelingt dies, kann Energie wieder freigesetzt werden, die vorher von den kreisenden Gedanken gebunden war. Lösungen und Ressourcen werden wieder sichtbar und die eigene Handlungsfähigkeit nimmt zu.

 

Beispiel:

Eine junge Frau, die sich erfolgreich im mittleren Management etabliert hat, fühlt sich derart angespannt in Situationen in denen Sie das Gefühl hat, für Ihre Projekte einstehen zu müssen, dass sie sich in dem Moment nicht mehr Handlungsfähig fühlt. Sie besucht einen Kurs zur Einführung in die Introvision und kommt dabei ihren inneren Gefühlen auf die Spur. Ihr wird deutlich, dass der Gedanke sich vor andern zu blamieren sehr unangenehm ist und mit körperlichen Symptomen einhergeht. Um an den Kern des Konfllkts zu kommen, nimmt sie nach dem Kurs ein Einzelcoaching in Anspruch. Im Einzelcoaching wird anhand eines beispielhafen Erlebnisses herausgearbeitet, was das Zentrum des Unangenehmen an der Situation ist. Am Ende der Kette von zusammenhängenden Imperativen (Sollvorstellungen) steht der Gedanke "Es darf nicht sein, dass ich versage." Wenn die Klientin das Gefühl hat zu versagen, ist dies mit körperlichen Symptomen wie Engegefühl im Brustbereich, Schweißausbrüchen sowie allgemeiner Anspannung verbunden. Gleichzeitig tauchen Bilder aus der Vergangenheit auf, in denen die Klientin das Gefühl hatte, versagt zu haben und dies als sehr unangenehm empfunden hat. Diese unangenehmen Gefühle wollte sie seitdem vermeiden und hat daher eine starke innere Sollvorstellung (Ich darf nicht versagen) entwickelt. Im Prozess des Coachings gelingt es der Klientin den Gedanken: "Es kann sein, dass ich versage." mit allen dazugehörigen Gefühlen und Bildern zu konstatieren. Im ersten Moment ist dies unangenehm und anstrengend, später führt es allerdings zu Entlastung, da die Klientin erfährt, dass ihr in der Situation nichts schlimmes widerfahren ist, obwohl sie "dem Schlimmen" ins Gesicht gesehen hat. So wird der Gedanke handhabbar und fühlt sich weniger schlimm an. Im Alltag bemerkt die Klientin, dass sie in vielen Situationen weniger angespannt ist. Im beruflichen Alltag kann sie für ihre Projekte einstehen und leidet nicht mehr unter den körperlichen Symptomen der Anspannung.