Introvision

 ist eine Methode der mentalen Selbstregulation und dient der Auflösung von inneren Konflikten oder Blockaden. Bei der Introvision geht es darum, sich selbst besser zu verstehen (Introvision: Innenschau) und mit Hilfe des Konstatierenden Aufmerksamen Wahrnehmens (KAW) zu lernen, die Dinge so zu sehen wie sie sind und nicht so wie sie sein sollten. Zur Verbesserung und Erweiterung der Selbstreflexion, gehören Übungen zur Selbstwahrnehmung, Hilfestellungen zum Erkennen von eigenen Konfliktstrukturen, Denkmustern und dem Beenden von Gedankenkreisen. 

   

 Ziel der Introvision ist es - Schritt für Schritt - das Hinsehen zu lernen um dann auch 'dem Schlimmen' ins Gesicht sehen zu können. Zunächst ist dies für die Betroffenen unangenehm, da Dinge, die nicht sein dürfen oder sollen, mit starken negativen Emotionen verbunden sind. Unangenehme Dinge konstatierend wahrnehmen zu können, entkoppelt die belastenden Gedanken von den damit automatisch einhergehenden Gefühlen. So kann die Anspannung reduziert werden und die Kompetenz, auch in schwierigen Situationen gelassen zu bleiben, kann sich entfalten. Langfristig spart dies eine Menge Energie, da Unangenehmes nicht mehr verdrängt oder ausgeblendet werden muss und sich die Gedanken nicht mehr endlos im Kreis drehen. Gelingt dies, kann Energie wieder freigesetzt werden, die vorher von den kreisenden Gedanken gebunden war. Lösungen und Ressourcen werden wieder sichtbar und die eigene Handlungsfähigkeit nimmt zu. Das Gefühl "wieder mehr bei sich zu sein" oder "mehr im Hier und Jetzt zu sein" stellt sich ein.

Anschnitt eines Riesenrads, Foto: Pixabay

Literatur zu Introvision

Empl, M.; Spille, P.; Löser, S. (2017). Introvision bei Kopfschmerzen und Migräne. München: mvg Verlag.

   

 Wagner, A. C.; Kosuch, R.; Iwers-Stelljes, T. A. (2016). Introvision - Problemen gelassen ins Auge schauen. Eine Einführung. Stuttgart: Kohlhammer. 

   

 Iwers-Stelljes, T.; Koch, K.-C.; Krauthausen, G.; Löser, S.; Nolte, M.; Wagner, A. C. (2014). Introvision zur Reduktion von Mathematikangst bei Lehramtsstudierenden - Qualitative Ergebnisse einer Pilotstudie. Lernen und Lernstörungen, Heft 1/2014 

   

 Buth, B. (2012). Introvision als Coachingmethode für Tinnitusbetroffene- Eine empirische Studie-. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften. 

   

Pereira Guedes, N. (geb. Pape) (2011). Dauerhafte Auflösung chronischer Nacken-/Muskelverspannungen durch Introvision:Eine empirische Untersuchung einer pädagogisch-psychologischen Intervention zur mentalen Selbstregulation. Dissertation.

   

Wagner, Angelika C. (2011). Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte. Mentale Selbstregulation und Introvision. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Fassung. Kohlhammer.

 
Pereira Guedes, N.; Löser, S.; Wagner, A.C. (2010). Training und Coaching in mentaler Selbstregulation für Langzeitarbeitslose: Konstatierendes Aufmerksames Wahrnehmen (KAW) und Introvision als Methode zur Auflösung mentaler Blockaden. Durchführung und Ergebnisse einer Pilotstudie.

 

Iwers-Stelljes, T. A. (2008). Gelassen und handlungsfähig. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. 

   

Buth, B. (2007). Verringerung von Tinnitus mittels Introvision: Eine Studie. Vdm Verlag Dr.    Müller. 

 

 Iwers-Stelljes, T. A. (2006). Das Qualifizierungsmodul Integrative Introvisionsberatung (QUIB). Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines hochschuldidaktischen Moduls der Förderung reflexiv-regulativer Selbstkompetenz und beraterischer Sozialkompetenz. Habilitationsschrift.